Was vor Jahrzehnten auf dem Berner Waisenhausplatz begann, prägt La Cucina bis heute: die Nähe zu den Menschen, die Leidenschaft für hochwertige Lebensmittel und der Anspruch, die ganze Geschichte hinter einem Produkt sichtbar zu machen. Was für das Familienunternehmen aus Schüpfen zählt, ist nicht eine schöne Verpackung, sondern der Inhalt.
«Wir wollen mit möglichst vielen Leuten ins Gespräch kommen», sagt Tobias Vögeli, Mitinhaber und Verantwortlicher für Beschaffung und Produktmanagement. «Auf dem Markt spürt man sofort, wie die Menschen reagieren. Hier probieren wir noch heute Produkte aus und beobachten die Kundenreaktionen darauf.»

Dass die Nähe zur Kundschaft ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur ist, hat einen einfachen Grund: Transparenz schafft Vertrauen. Dieser Gedanke zieht sich durch das gesamte Unternehmen und prägt den Umgang mit Kundschaft, Mitarbeitenden und Produzenten gleichermassen.
«Ohne Transparenz gibt es kein Vertrauen»
Wer bei La Cucina nach einem Pfeffer fragt, erhält selten eine kurze Antwort. Oft folgt eine Geschichte. Woher stammt der Pfeffer? Wer hat ihn angebaut? Wie wurde er verarbeitet? Weshalb unterscheidet er sich von anderen Sorten?
«Wir wollen sichtbar machen, was hinter den Lebensmitteln steckt, und damit die Menschen sensibilisieren», sagt David Mariétan, Geschäftsführer von La Cucina. «Es gibt viel mehr als den normalen Pfeffer oder das gewöhnliche Salz aus dem Supermarkt. Hinter jedem Produkt steckt eine Geschichte.»
Genau darin sieht La Cucina einen wichtigen Teil ihrer Aufgabe: Die Herkunft der Rohstoffe sichtbar machen, Produzenten vorstellen und der Kundschaft Einblicke in die Zusammenhänge hinter den Produkten geben.
«Ohne Transparenz gibt es kein Vertrauen», bringt es David Mariétan auf den Punkt. Transparenz beginnt bei La Cucina bereits bei der Präsentation der Produkte. Die Mitarbeitenden ergänzen sie mit dem Wissen über Herkunft, Anbau und Verarbeitung. Dabei geht es um weit mehr als Herkunftsdeklarationen. La Cucina möchte Menschen für Lebensmittel sensibilisieren und zeigen, was an einem Produkt besonders ist.
«Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig sich viele Menschen darüber informieren, was sie eigentlich essen», sagt David Mariétan. «Dabei geht es um die eigene Gesundheit und die der Familie.» Die Botschaft soll dabei nicht belehrend wirken. Vielmehr geht es darum, neue Horizonte zu öffnen und Alternativen sichtbar zu machen. «Unser Leitmotiv ist es, Glücksmomente zu erschaffen», sagt David Mariétan. «Wenn wir mit einem feinen Tee zu einer geselligen Runde oder mit unseren Gewürzen zu einem köstlichen Nachtessen beitragen können, haben wir schon viel erreicht.»
Doch Transparenz endet für La Cucina nicht bei der Vermittlung von Wissen. Sie zeigt sich auch in den Ansprüchen, die das Unternehmen an seine Produkte stellt.
Qualität beginnt weit vor dem fertigen Produkt
Der Satz «Bei der Qualität gibt es keine Kompromisse» klingt schnell nach einem Werbeversprechen. Nicht so bei La Cucina. Für Tobias Vögeli besteht Qualität aus mehreren Faktoren: Auf Lebensmittel bezogen definiert sie sich durch Geschmack, Optik und Anbaubedingungen.
Was heisst das konkret im Alltag? «Nehmen wir den Paprika Edelsüss als Beispiel. Er muss intensiv nach Paprika schmecken, eine tiefrote Farbe haben und unter fairen und nachhaltigen Bedingungen angebaut werden», erklärt Tobias Vögeli. Im vergangenen Jahr führten Überschwemmungen bei einem Produzenten in Spanien dazu, dass die Qualität der Ernte nicht mehr den Erwartungen entsprach. Die Konsequenz: «Dieses Jahr gibt es keinen Paprika Edelsüss.»
«Wir verkaufen ein Produkt nicht einfach trotzdem», sagt Tobias Vögeli. «Wir erklären unseren Kundinnen und Kunden, weshalb wir darauf verzichten müssen, und empfehlen Alternativen.» Gerade dieser offene Umgang mit schwierigen Entscheidungen zeigt, was Transparenz bei La Cucina bedeutet. Verfügbarkeit steht nie über Qualität.
Ein zweites Beispiel liefert der schwarze Pfeffer aus Madagaskar. Statt über Zwischenhändler einzukaufen, arbeitet La Cucina direkt mit den Produzenten zusammen. Der Bedarf wird frühzeitig kommuniziert, die Produzenten übernehmen die Verarbeitung vor Ort und liefern anschliessend das fertige Produkt in die Schweiz. «Oft bekommen wir von unseren Kontakten Fotos der einzelnen Produktionsschritte. Wir haben einen engen Kontakt und arbeiten pragmatisch zusammen. Genau hier beginnen für uns Qualität und Transparenz.»
Dass solche direkten Partnerschaften funktionieren, hat vor allem mit den langjährigen Beziehungen zu den Produzenten zu tun.
Über La Cucina
La Cucina hat 1988 mit einem Stand auf dem Berner Wochenmarkt gestartet und wird heute in zweiter Generation geführt. Das Unternehmen wurde von den Eltern von Tobias und David Vögeli gegründet. Heute sind die beiden Brüder Mitinhaber des Familienunternehmens. Gemeinsam mit Geschäftsführer David Mariétan führen sie La Cucina in die Zukunft. Das Unternehmen ist von fünf auf fünfzig Mitarbeitende gewachsen. Neben dem Standort Schüpfen betreibt La Cucina Verkaufsstandorte in Bern, im Westside und in der Zürcher Europaallee. Im Zentrum stehen langfristige Beziehungen zu Produzenten, hohe Qualitätsansprüche und transparente Lieferketten.
David Mariétan & Tobias Vögeli
Beziehungen sind das eigentliche Kapital
Wer mit Naturprodukten arbeitet, ist auf Vertrauen angewiesen. Nicht nur bei den Kundinnen und Kunden, sondern auch bei den Menschen, die Tee, Kräuter und Gewürze anbauen. Viele Partnerschaften bestehen seit Jahren oder sogar Jahrzehnten. Dadurch entstehen Vertrauen, Verlässlichkeit und ein tiefes Verständnis für die Besonderheiten jedes Produzenten. Tobias Vögeli ist deshalb überzeugt: «Unsere Beziehungen sind unser Kapital.»
Gerade weil diese Beziehungen so wichtig sind, beschäftigen die aktuellen Entwicklungen La Cucina besonders stark. Klimabedingte Ernteausfälle nehmen zu. Mal sei es zu trocken, dann wieder zu nass. Fast jedes Jahr sei eine andere Produktgruppe betroffen. «Wir sprechen hier über Lebensmittel und nicht über ein Stück Möbel», sagt David Mariétan. «Es gibt sehr viele Faktoren, die gleichzeitig eine Rolle spielen.» Hinzu kommen neue regulatorische Anforderungen sowie Veränderungen im Handel und in der Logistik. Das erhöht die Komplexität zusätzlich.
Dennoch bleibt der Anspruch derselbe: die bestmögliche Qualität zu beschaffen und gleichzeitig offen über die Herausforderungen zu kommunizieren. Und auch ihre Produzenten leben diese Philosophie.
Tobias Vögeli erinnert sich an einen Lieferanten, der von sich aus darauf hingewiesen habe, dass die Qualität einer Ernte nicht den Anforderungen entspreche. «Ein anderer hätte das vielleicht nicht gesagt und Ware geliefert, die unseren Ansprüchen nicht genügt.» Für La Cucina sind genau solche Beziehungen der Schlüssel zur Qualität. Sie schaffen Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und die Möglichkeit, Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
Vertrauen entsteht bei La Cucina jedoch nicht nur entlang der Lieferkette. Es wird auch innerhalb des Unternehmens bewusst gepflegt.
Wissen bewahren und weitergeben
Aus einem kleinen Familienbetrieb ist in den letzten Jahren ein Unternehmen mit fünfzig Mitarbeitenden geworden. Mit dem Wachstum entstand eine neue Herausforderung: Wie lässt sich das über Jahrzehnte aufgebaute Wissen sichern?
Viele Informationen wurden früher mündlich weitergegeben. Langjährige Mitarbeitende kannten die Produkte, Produzenten und Geschichten aus eigener Erfahrung. «Unsere Leute sind stolz auf ihr Wissen rund um unsere Produkte», sagt David Mariétan. «Es macht auch einfach Spass, die Geschichten hinter den Produkten weiterzugeben. Besonders, wenn man dadurch positive Kundenreaktionen bekommt. Das ist eine grosse Wertschätzung.»
Der Wissenstransfer hat deshalb hohe Priorität. Mit der «La Cucina Academy» entsteht aktuell eine interne Lernplattform mit Unternehmenswerten, Einkaufsphilosophie, Produktwissen und Lieferanteninformationen. Die Inhalte werden interaktiv vermittelt und enthalten einen hohen Video-Anteil.
Auch hier zeigt sich derselbe La-Cucina-Gedanke: Wissen soll nicht verborgen bleiben, sondern geteilt werden.
Eine Partnerschaft, die auf denselben Werten basiert
La Cucina zieht diese Philosophie konsequent bis in die Bankbeziehung hinein. Als das Unternehmen vor einiger Zeit eine neue Bankverbindung suchte, stand für die Verantwortlichen nicht in erster Linie ein Produkt im Vordergrund. Entscheidend waren die Menschen dahinter.
«Weil wir regional arbeiten, wollten wir auch mit einer regionalen Bank zusammenarbeiten», erinnert sich David Mariétan. Zufälligerweise hat die Bernerland Bank gleichzeitig ihr Marktgebiet aufs Berner Seeland erweitert und La Cucina ist auf sie aufmerksam geworden. Überzeugt haben letztlich die persönliche, hilfsbereite Betreuung und die Gespräche auf Augenhöhe. «Wir möchten mit Menschen kommunizieren und diskutieren», sagt David Mariétan. «Bei anderen Banken hatten wir oft das Gefühl, nur noch mit Chatbots zu sprechen.»
Für die Bernerland Bank war die Zusammenarbeit von Beginn an von gegenseitigem Vertrauen geprägt. «Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander», sagt Rolf Messerli, Leiter Region Seeland der Bernerland Bank. «Es hat mich sehr gefreut, La Cucina als Unternehmen mit einer solchen Ausstrahlung und einem hervorragenden Ruf als Kundin zu gewinnen. Besonders schön ist, dass wir viele Werte teilen und diese gegenseitig schätzen.»
Das Motto der Bernerland Bank lautet «Klarheit schaffen. Wirkung entfalten.». Betrachtet man die Geschichte von La Cucina, wirkt es fast wie eine Beschreibung dessen, was das Unternehmen seit seinen Anfängen lebt. Seit den ersten Tagen auf dem Berner Waisenhausplatz geht es La Cucina darum, Transparenz zu schaffen und Vertrauen aufzubauen. Die Wirkung zeigt sich in langfristigen Beziehungen zu Produzenten, treuen Kundinnen und Kunden sowie einem Unternehmen, das seinen Werten seit fast vier Jahrzehnten treu geblieben ist. Oder wie David Mariétan es auf den Punkt bringt: «Ohne Transparenz gibt es kein Vertrauen.»