Trotz dieses anspruchsvollen Umfelds hat sich die Bernerland Bank am Markt behauptet und ihr Kundengeschäft weiter ausgebaut. Der erzielte Halbjahresgewinn liegt leicht unter dem Vorjahresniveau.
Kundengeschäft und Bilanz
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 sind die Kundenausleihungen um CHF 37,3 Mio. (+ 3 %) gewachsen, was sehr erfreulich ist.
Unsere Kundinnen und Kunden haben im Umfang von CHF 15,4 Mio. neu in Anlagen investiert. Hauptsächlich als Folge des Ukraine-Kriegs hat sich die Börse negativ entwickelt. Deshalb sind die Depots um CHF 23,8 Mio. (– 13 %) und die Vermögensverwaltungsmandate um CHF 13,8 Mio. (–10 %) gesunken.
Die Kundengelder sind mit CHF 4,0 Mio. etwas weniger gewachsen als im Jahr 2021. Dies hat einerseits mit der Coronapandemie zu tun: Durch die Aufhebung der Einschränkungen bieten sich wieder mehr Möglichkeiten, Geld auszugeben. Andererseits haben unsere Kundinnen und Kunden vermehrt liquide Mittel in Anlagen verschoben.
Unsere Kundenausleihungen sind zu 87 % mit Kundengeldern finanziert. Die Pfandbriefdarlehen haben gegenüber 2021 um CHF 3,0 Mio. (+ 1 %) zugenommen. Insgesamt hat sich die Bilanzsumme um CHF 8,7 Mio. (+ 1 %) auf CHF 1,707 Mia. erhöht.
Erfolgsrechnung
Die Kapitalmarktzinsen sind im ersten Halbjahr 2022 schnell angestiegen. Dadurch hat sich zwar der Zinsertrag auf neu abgeschlossene Hypotheken erhöht, gleichzeitig verteuerte sich aber die Refinanzierung über Pfandbriefdarlehen. Dies wirkt sich zusammen mit der bis Anfang 2022 herrschenden langjährigen Tiefzinssituation weiterhin negativ auf unser Kerngeschäft aus. Der Bruttoerfolg im Zinsengeschäft ist deshalb im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 wie erwartet um CHF 0,1 Mio. gesunken. Der Nettoerfolg hat sich um CHF 0,3 Mio. reduziert, dies wegen positiver Veränderungen bei den Wertberichtigungen im Vorjahr.
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ist um 12 % gestiegen, während der Erfolg aus dem Handelsgeschäft (CHF – 0,1 Mio.) unter der schwachen Börse gelitten hat. Der übrige ordentliche Ertrag liegt 2 % unter der Vergleichsperiode. Insgesamt hat der Geschäftsertrag gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 um CHF 0,2 Mio. (– 2 %) abgenommen.
Der Geschäftsaufwand hat sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 um CHF 0,5 Mio. (+ 7 %) erhöht. Wie erwartet sind dafür höhere Personalkosten und nach der Pandemie wieder stattfindende Veranstaltungen verantwortlich. Der Abschreibungsaufwand ist mit CHF 0,12 Mio. (+ 13 %) leicht höher, was insgesamt zu einem unter Vorjahresniveau liegenden Geschäftserfolg von CHF 2,4 Mio. führt.
Unter dem Strich hat die Bernerland Bank einen Halbjahresgewinn von CHF 1,9 Mio. erwirtschaftet. Dies bedeutet einen leichten Rückgang von CHF 0,1 Mio. (– 3 %) gegenüber dem Vorjahresergebnis.
Highlights im ersten Halbjahr
Per 1. Januar 2022 haben wir unsere Organisation an die im Jahr 2021 erarbeitete Strategie angepasst: Der Vertrieb ist neu in zwei Sparten gegliedert. So können wir Privatpersonen und KMU noch gezielter bedienen. Für die Betreuung der KMU-Kunden sind speziell ausgebildete und erfahrene Firmenkundenberaterinnen und -berater tätig.
Voller Freude durften wir nach einer zweijährigen Durststrecke die Generalversammlung 2022 endlich wieder «richtig» durchführen. 1’725 Aktionärinnen und Aktionäre fanden am 14. Mai 2022 den Weg in die Ilfishalle nach Langnau. Nach dem offiziellen Teil begeisterte der Skydiver Marc Hauser das Publikum. Mit einem gemeinsamen Mittagessen und angeregten Gesprächen fand die Versammlung ihren würdigen Abschluss.
Ausblick
Der Ausblick auf das zweite Halbjahr 2022 ist von Unsicherheit geprägt. Die Richtung und Intensität der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen sind schwer abschätzbar. Insgesamt gehen wir von einer Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums in der Schweiz aus. Wir erwarten, dass die Schweizerische Nationalbank den Leitzins weiter erhöht und die Zeit der Negativzinsen nach über sieben Jahren beendet.
Der Trend zum Lokalen dürfte bestehen bleiben. Gleichzeitig verfügen wir über eine klare Marktpositionierung. Diese beiden Faktoren stärken die Bernerland Bank. Deshalb halten wir an unseren Wachstumszielen für das Kundengeschäft fest.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2022 rechnen wir mit einem leicht geringeren Jahresgewinn als im Vorjahr.