KI bündelt Erwartung, Kapital und Aufmerksamkeit
Drei Jahre nach der Einführung von ChatGPT ist der Enthusiasmus rund um künstliche Intelligenz (KI) ungebrochen. Kein anderes Thema steht derzeit stärker im Fokus der Wirtschaft und Finanzmärkte. Selten zuvor bündelten sich so viel Erwartung, Kapital und Aufmerksamkeit auf eine einzelne technologische Entwicklung.
Die Investitionen sind enorm: Bis im Jahr 2030 sollen weltweit rund 5'000 Milliarden US-Dollar in digitale Infrastruktur für KI-Dienstleistungen fliessen. Diese Ausgaben treiben das Wirtschaftswachstum, insbesondere in den USA. KI verspricht Produktivitätsgewinne, neue Geschäftsmodelle und effizientere Prozesse in nahezu allen Branchen. Doch die Erfahrung früherer Technologiezyklen zeigt: Zwischen grossen Versprechen und messbarer Wirkung liegt oft ein langer Weg.
Wann platzt die Blase? Erinnerungen an die Dotcom-Ära
Technologische Umbrüche gehen oft mit spekulativen Blasen einher. Die Dotcom-Ära um die Jahrtausendwende ist ein prägnantes Beispiel. Sie war finanziell verheerend und zerstörte kurzfristig enorme Vermögenswerte. Langfristig gesehen kreierte sie die Basis für das moderne Internet und für einen Grossteil der heutigen digitalen Wirtschaft.
Wiederholt sich mit der KI ein Muster? In der Dotcom-Ära war der Anteil an Unternehmen mit Internet-Bezug unter den Top 20 in den USA bereits beträchtlich. Der Anteil an Unternehmen mit KI-Bezug ist heute noch grösser als damals. Dazu gehören Unternehmen wie Nvidia, Apple und Microsoft.
Ob wir uns bereits in einer Blase befinden, ist umstritten. Klar ist: Die Konzentration im Markt ist hoch, und die Verletzlichkeit steigt, falls die erwarteten Erträge aus KI-Investitionen ausbleiben.
Noch tiefer befasst sich der aktuelle Börsenbrief der Zähringer Privatbank mit dem Thema:
Qualitätsaktien als Chancen im Schatten
Während KI-Aktien glänzen, standen Qualitätsaktien zuletzt nicht im Rampenlicht. Der MSCI World Quality Index umfasst Unternehmen mit hoher Eigenkapitalrentabilität, stabilem Gewinnwachstum und tiefer Verschuldung. Normalerweise sind diese Titel mit einer Bewertungsprämie versehen. Doch in den letzten 15 Monaten hinkten sie dem Gesamtmarkt um rund 10 Prozent hinterher.
Historisch betrachtet folgen auf rückläufige Phasen oft starke Renditen. Sollten die Märkte nervöser werden und die Bewertungen von KI-Unternehmen korrigieren, könnten Qualitätsaktien zu den Gewinnern zählen. Deshalb liegen in diesem Bereich besondere Chancen. In der Schweiz gehören übrigens ABB, Givaudan, Sika oder Straumann zu dieser Kategorie, in Europa Unilever, Air Liquide, GSK oder Novo Nordisk.
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